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Über Schleise

Die Gemeinden von Schlesien
Die Ortsbeschreibungen sind, soweit nicht anders vermerkt, aus dem Schlesischen Ortschaftsverzeichnis von 1913. Einwohnerzahlen in [720] sind bereits im zugehörigen Ort mitgezählt. 1939 bestand die Gemeinde aus 1001 Einwohner.

SCHLEISE
Dorf + Rittergut (mit Forsthaus): Kreis, Post, Amtsgericht, ev. + kath. Kirchspiel, Eisenbahn GROß WARTENBERG (Bez. BRESLAU) 4 1/2 km; Bahnhof 3 km; Amtsbezirk, Standesamt SCHLEISE; 672 + 48 Einwohner.
Das Dorf gehörte dem Bistum Lebus. Am 1. Juni 1260 wurde es von Bischof Wilhelm Lebus zu deutschem Recht ausgesetzt. Die Aussetzungsurkunde ist zu Schleise selbst von zwei Lebuser Domherren bezeugt und vom Bischöflichen Notar Konrad ausgefertigt worden. In der "Geschichte des ehemaligen Bistums Lebus und des Landes gleichen Namens" von Siegmund Wilhelm Wohlbrück (Bd. 1, S. 132) steht der Wortlaut nach einer Abschrift aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das Original ist schon um 1900 nicht mehr vorhanden. Schleise ist nach Meinung von Franzkowski dem Bistum Lebus bereits von den ersten schlesischen Herzögen geschenkt worden. Es ist somit eins der Dörfer aus dem Kreisgebiet, das eine sehr lange und alte Geschichte aufzuweisen hat und nachweisen kann.
Der Lebuser Bischof Johann von Borschnitz legte 1400 ein Stiftsregister an. Nach diesem hatte Schleise 50 Hufen. Davon besaß der Bischof 8 Hufen für ein Vorwerk. Diese acht Hufen konnten die Bauern aber für einhalb Schock selber nutzen. Fünf Hufen hatte der Schulze. Sie gehörten zur Scholtisei. Von den 37 Zinshufen gab jede 6 Scheffel Hafer, 4 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Weizen und 1 Vierdung, zur Hälfte dem Pfarrer, zur Hälfte dem Bischof, zu Zehnt und Zins; ferner von jeder Hufe 1 Huhn dem Bischof und 1 Huhn dem Pfarrer. Die Bauern arbeiteten viermal im Jahr, wie es üblich war. 28 waren es insgesamt. Sie besaßen jeweils zweieinhalb, eineinhalb oder eine Hufe. Die meisten hatten slawische Namen: Panguski, Peczoski (Pietzonka), Goliski (Galinski), Hastiri, Nowant (Nowak). Das zu Schleise gehörende Dorf Gonsow lag südlich des Ortes. Es gehörte ebenfalls zum Bistum Lebus. Der Ort Gansow ist untergegangen. Nur im Namen eines Waldbezirkes überdauerte "Gansow" die Zeit.
1549 hatte sich Freiherr Joachim von Maltzan, der damalige Standesherr von Wartenberg, in unrechtmäßiger Weise Schleise angeeignet und zu seinem Kammergut gemacht. Die Schleiser Bauern mußten nun dem Maltzan den Zins entrichten. Nach einem Urbar von 1666 zahlten die Schleiser Bauern an die Herrschaft Wartenberg 78 Taler, 24 Groschen in bar, 2 Malter 10 Scheffel Weizen, 6 Malter 1 Scheffel Roggen, 8 Malter 11 Scheffel Hafer, 70 Hühner, 8 Schock 3 Mandeln Eier, 10 Stück Gespinnst umsonst und 51 Stück gegen Lohn. Im 16. Jahrhundert gelangte die ehemals selbständige Pfarrgemeinde infolge der kirchlichen Umwälzungen vollends zur Parochie Wartenberg. Es begann wie mit allen Gemeinden der Standesherrschaft auch in Schleise ein dauernder Wechsel der religiösen Zugehörigkeit, je nach Ansicht und Zugehörigkeit des Standesherrn. Auf die zum protestantischen Glauben hinneigenden von Maltzan folgten die katholischen Burggrafen von Dohna, und so bekam 1598 Schleise wieder eine eigene katholische Pfarrei. 1633 wird die Kirche aber wieder evangelisch, muß aber bald danach wiederum katholisch geworden sein. Im Archidiakonal-Visitationsbericht von 1651 wird berichtet, daß die Kirche dem Apostel Mathäus geweiht sei, Kirchweihfest ist am Sonntag nach Mathäus, also im September. Gottesdienst wird jeden 3. Sonntag gehalten, drei Glocken sind vorhanden, der Pfarrer hat zwei Gärten, der Kirchschullehrer einen Garten. Das dem Matthias-Stift gehörende Kunzendorf ist eingepfarrt, Nach einem Bericht aus dem Jahre 1666 war die Kirche ganz aus Holz gebaut und dem Erzengel Michael geweiht. Kirchweihfest war am Sonntag nach dem St.-Michaels-Tag, also Ende September. Ein neuer Altar zeigte das bis in die Neuzeit erhalten gebliebene Bild des Erzengels Michael. Außer dem Schulzen (!) waren alle Einwohner katholisch. Vom 4. Dezember 1793 datierte ein Inventarverzeichnis der Schleiser Kirche. Darinnen wird "ein neugebautes Pfarrhaus, das zugleich zum Schulhause dient" aufgezählt. Unter dem Groß Wartenberger Stadtpfarrer Ignaz Kupietz (1845 bis 1876) wurde in Schleise (1851) eine neue Kirche gebaut, da die alte Holzkirche so baufällig war, daß sie (1846) polizeilich geschlossen wurde. Die neugebaute Kirche wurde am Michaelstag 1851 durch Erzpriester Pietzka eingeweiht. Von den drei Glocken, die im Turm hingen, tragen die große und die mittlere Glocke eine Inschrift: "Sebastian Götz goss mich anno Domini 1632" steht auf der großen Glocke. Die mittlere Glocke ist mit einem Vers in Latein geziert:
"Aera Canova Sonant Mentes Hominum Que Fatigant. "Ut Cuncti Veniant Reddere vota Deo. "Aere Conis Sed Sit Curae Tibi Fundere Corde. "Aetemo Domini Sit Tua Cura Preces." Jakob Götz goss mich anno 1606.
Die kleine Glocke hatte keine Inschrift (Signierglocke). Die Schule in Schleise ist als ehemalige Kirchschule "uralt". Zu dieser Feststellung kam Franzkowski in seiner Chronik auf Seite 416. In einem Protokoll vom 5. Juni 1767 wird dem Organisten und Schulhalter Mathias Woytasch, der das Lehrer- und Organistenamt schon 1755 versah, das jährliche Gehalt neu festgesetzt, durch den "Scholtze von Schleiße Woytek Lichy" und den ältesten Gerichtsmann Michel David. Von "Mertini 1766" erhielt er von der Schleiser Gemeinde: 16 Rtl. 12 Sgr. in Bar. An Deputat: Korn 12 Scheffel 8 Metzen, 13 Schock Krauth, ein Fuder Heu und das benötigte Holz aus den herzoglichen Forsten, das ihm die Bauern unentgeltlich zuführen mußten. In dem Protokoll ist auch festgelegt, wie diese an den Lehrer zu zahlenden Geld- und Sachleistungen von den Bauern aufgebracht wurden: 26 Bauern sowie der Scholze und Kretschmer zahlen von jeder Hube
10 Sgr. zusammen 14 Rtl. - Sgr.
8 Dreschgärtner, jeder 2 Sgr. 9 pf. 20 Sgr.
8 Freyleuthe, inklusiv Schäfer, Schmied, Müller und Ziegler, jeder 4 Sgr. 1 Rtl. 2 Sgr.
8 Häusler, jeder 2 Sgr. 9 Hl. 20 Sgr.
zusammen: 16 Rtl. 12 Sgr.
Ähnlich wurden die Sachleistungen unter der Gemeinde aufgeteilt.
1854 wurde neben dem alten Schulhaus ein zweites neues Schulhaus erbaut. Im Jahre 1866 trug man das alte Schulhaus ab und erweiterte das neue Schulhaus. 1855 wurde eine zweite Lehrkraft eingestellt und 1903 kam eine 3. Lehrkraft hinzu. Auf den Lehrer und Organisten Matthias Woytasch folgte im Jahre 1787 der Sohn Michael; nach diesem 1813 Martin Warwas, 1837 Franz Orßulok, 1874 Vincenz Orschulok. 1910 hatte die Schule 185 Schüler. Der letzte uns bekannte Lehrer in Schleise war der in Kunzendorf geborene Alfons Dirbach. Er starb am 27. Oktober 1956 in einem Dorf bei Bielefeld.

Im Aufbau

Hier werden die Unterrubriken entstehen über Schleise:

Chronik

Pietzonkas in Schleise

Im Krieg gefallene

Über die Kirche

 

 






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